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Hinter dem Kung Fu steht nicht nur die Schule der Kampfkunst, sondern auch eine ganze Philosophie für Körper und Geist. Kung Fu was übersetzt etwa soviel heisst wie „Harte Arbeit“ lehrt den Schüler Selbstbeherrschung und Disziplin. Im System des Kung Fu spielen die Theorien von Yin&Yang und den „5 Elementen“ eine wesentliche Rolle.
Yin & Yang
Das Yin&Yang zeigt auf wie wichtig Gegensätze sind, weil das eine nicht ohne das andere existieren kann wie z.B. ohne Nacht gäbe es keinen Tag. Das Yin steht dabei für das weibliche, ruhende, dunkle, negative und das Yang für das männliche, aktive, helle, und positive der chinesischen Philosophie.
Im Kung Fu ist Yin&Yang bekannt als Gesetz der Harmonie und besagt, dass man mit und nicht gegen die Kraft des Gegners wirken soll. Dieses Prinzip schafft so die besten Begebenheiten, sich selbst zu verteidigen.
5 Elemente
Die 5 Elemente (Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser), welche aus der Interaktion von Yin&Yang entstehen, beschreiben im Grunde dasselbe wie Yin&Yang. Hier gibt es einen Förderungszyklus (Holz bringt Feuer, Feuer bringt Erde, Erde bringt Metall, Metall bringt Wasser) sowie einen Kontrollzyklus (Holz bezwingt Erde, Erde bezwingt Wasser, Wasser bezwingt Feuer, Feuer bezwingt Metall, Metall bezwingt Holz). Diese 5 Elemente widerspiegeln sich in den Formen des Kung Fu. So gibt es harte wie auch weiche, schnelle wie auch langsame Techniken.
Auch hatten der Chan-Buddhismus, der Taoismus, der Konfuzianismus und das I-Ging einen starken Einfluss auf die Entfaltung des Kung Fu.
Chan-Buddhismus
Im Chan-Buddhismus erreicht der Mensch seine Vollkommenheit durch die Meditation. Der Chan-Buddhismus lehrt sich im Hier und Jetzt zu befinden und keine Gedanken an Vergangenheit oder Zukunft zu verbrauchen. Man soll sich loslösen von Wünschen, Sorgen, Leidenschaften und die Dinge so geniessen wie sie sind, ohne an ihnen gebunden zu sein.
Durch die Meditation entleert der Schüler seinen Kopf von unnötigen Gedanken. Nur so ist er voll Aufnahmefähig und kann ohne zu Überlegen instinktiv auf die Aktionen des Gegners reagieren. Erst wenn der Geist frei von Aggressionen oder Ängsten ist, kann man das Vorhaben des Gegners erkennen und entsprechend darauf reagieren.
Der Chan-Buddhismus steht für härte und Disziplin

Bodhidharma, brachte Chan-Buddhismus nach China, auf Bild 9 Jährige Meditation, Mönch schlägt sich aus Ehre die Hand ab
Taoismus
Im Taoismus steht das Dao als das zentrale Element des Taoismus und wird oft als „Weg“ oder Strasse“ übersetzt. Jedoch sollte man das Dao, als eine unübersetzbare Definition eines umfassenden Weltprinzips verstehen, welches dem Menschen rein rational zugänglich ist. Der Mensch soll im Einklang mit diesem Gesetzt leben und deshalb gilt der Grundsatz des „Handeln, durch nicht Handeln“ (wei wu wei).
Der Sieger ist derjenige, der nachgibt, dass heisst, man soll seine Handlungen denen des Gegners anpassen. Der Taoismus steht für Weichheit und Nachgiebigkeit.

Laotse, Gründer des Taoismus
Konfuzianismus
Der Konfuzianismus regelt die zwischenmenschlichen Beziehungen. Das Leben des Menschen wird von 5 Beziehungen bestimmt:
- Fürst und Staatsdiener
- Vater und Sohn
- Mann und Frau
- Älterer Bruder und jüngerer Bruder
- Freund und Freund
Diese fünf Beziehungen werden durch die Tugend der Menschenliebe, der Gerechtigkeit und der Ehrerbietung bestimmt. Im Kung Fu stammt die Beziehung zwischen Meister und Schüler und zwischen den Schülern aus dem Konfuzianismus.

Konfuzius, Gründer des Konfuzianismus
I-Ging
Das I-Ging (Buch der Wandlungen) beschreibt wie sich die Dinge im Wandel befinden, ständig Veränderungen unterworfen sind. Alles was im Universum geschieht, wird mit dem was sich auf der Erde und dem Menschen ereignet in Verbindung gebracht. Die Sonne geht auf und wieder unter, Lebewesen werden geboren und sterben wieder. Erfolg und Misserfolg, Sieg und Niederlage, Freude und Schmerz unterliegen dem Schicksal des Wandelns. Alles im Universum wandelt sich, nichts bleibt und ist ewig von Dauer. Im Kung Fu wird dieses Prinzip genutzt indem man z.B. vom Vorwärtsgehen ins Rückwärtsgehen umschaltet oder dass man die Niederlage in einen Sieg umwandelt.

I-Ging
Man wird nie fertig gelernt haben, denn je höher man im Kung Fu kommt, desto mehr merkt man, dass man eigentlich noch nichts weiss. Die Schule des Kung Fu, dauert ein ganzes Leben lang und ist deshalb auch nicht mit Karate oder anderen Kampfsortarten zu vergleichen. Denn Kung Fu ist eine Kampfkunst, kein Kampfsport. |
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